Zahnarzt-Websites 2026: 3.138 Seiten im Test

Weniger als die Hälfte der Zahnarztpraxen lässt Patienten erkennbar online einen Termin buchen. Das ist das auffälligste Ergebnis unserer Messung von 3.138 Zahnarzt-Websites aus 254 deutschen Städten am 9. Oktober 2026. Dazu kommt ein deutliches Ost-West-Gefälle: In den fünf ostdeutschen Flächenländern bietet nur gut jede vierte Praxis-Website eine Online-Buchung an, in den westdeutschen ist es mehr als jede zweite. Technisch sind die meisten Seiten solide — aber jede siebte hat mindestens eine Baustelle, die Patienten oder Google sofort bemerken.

Die Messung ist unsere eigene. Wir haben sie gemacht, weil es zu Zahnarzt-Websites viele Meinungen und wenig Zahlen gibt. Wie gemessen wurde, was die Zahlen aussagen und was nicht, steht weiter unten — und alle Zahlen dürfen Sie mit Quellenangabe verwenden.

Was haben wir gemessen?

Für jede der 254 Städte haben wir die erste Trefferseite von Google Maps zur Suche „Zahnarzt“ abgerufen: die Praxen, die Patienten bei der Suche als Erstes sehen. Das ergab 4.816 Einträge, davon 4.756 mit einer Kategorie, die eine Zahnarztpraxis beschreibt — Dentallabore, Notdienste und Fremdeinträge fallen raus. Von jeder hinterlegten Website haben wir die Startseite automatisch geprüft.

Gezählt wird nur, was sich eindeutig aus dem ausgelieferten Quelltext ablesen lässt. Ob eine Seite schön ist, beurteilt die Messung nicht. Jede Website zählt einmal, auch wenn mehrere Standorte einer Praxis auf dieselbe Seite verweisen. So kommen wir auf 3.138 gemessene Websites.

Nicht enthalten sind 474 Einträge, deren Server automatische Abrufe abgewiesen haben, sowie 83 Seiten, die nicht erreichbar waren oder mit einem Serverfehler antworteten. Die Grenzen der Messung stehen am Ende des Beitrags.

Wie viele Praxen haben überhaupt eine eigene Website?

Bei 14,9 Prozent der Zahnarztpraxen — rund jeder siebten — ist bei Google Maps keine eigene Website hinterlegt. 574 Einträge haben gar keine, bei weiteren 135 führt der Link nicht auf eine Praxis-Website, sondern auf ein Profil bei einem Buchungsportal, in einem Branchenverzeichnis oder in einem sozialen Netzwerk.

Das ist nicht automatisch ein Fehler: Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil trägt eine Praxis in der lokalen Suche weit. Es endet aber dort, wo Patienten mehr wissen wollen — über Behandlungen, das Team oder den Weg in die Praxis.

Können Patienten online einen Termin buchen?

Auf 47,8 Prozent der Startseiten ist eine Online-Terminbuchung erkennbar: ein eingebundener Buchungsdienst oder ein Hinweis wie „Termin online buchen“. Mehr als die Hälfte der Praxen verweist Patienten also auf Telefon oder E-Mail — oder versteckt die Buchung so, dass sie auf der Startseite nicht auftaucht.

Das passt schlecht zu dem, was Patienten sagen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung von 2024 hat die Hälfte der Deutschen schon einmal einen Arzttermin online vereinbart. 27 Prozent wählen Praxen gezielt danach aus, ob das möglich ist, und 88 Prozent stimmen der Aussage zu, Praxen seien telefonisch oft schwer zu erreichen.

Unter den erkannten Buchungsdiensten liegen eTermin (509 Websites), Dr. Flex (484) und Doctolib (379) vorn. Jameda taucht auf 753 Seiten auf, oft aber nur als Bewertungssiegel. Ein jameda-Verweis allein zählt deshalb nicht als Buchungsmöglichkeit.

Gibt es Unterschiede zwischen Ost und West?

Ja, und zwar deutliche — bei der Terminbuchung stärker als bei der Technik.

Ost (5 Flächenländer)West (8 Flächenländer)
Gemessene Websites9012.168
Online-Terminbuchung erkennbar28,1 %55,2 %
Kein funktionierendes HTTPS7,2 %4,0 %
Nicht für Smartphones ausgelegt9,3 %6,1 %
Mindestens eine Baustelle18,0 %13,5 %

Die Stadtstaaten sind nicht eingerechnet, weil die Stichprobe dort zu klein ist. Je Bundesland, nur Länder mit mindestens 100 gemessenen Websites:

BundeslandWebsitesOnline-BuchungMindestens eine Baustelle
Nordrhein-Westfalen31874,8 %11,3 %
Bayern32658,9 %12,6 %
Hessen30858,4 %12,3 %
Baden-Württemberg30455,9 %12,2 %
Rheinland-Pfalz24351,4 %10,7 %
Schleswig-Holstein25147,8 %18,7 %
Niedersachsen28644,8 %15,4 %
Brandenburg18137,6 %17,7 %
Saarland13233,3 %18,2 %
Sachsen22429,9 %20,5 %
Sachsen-Anhalt18226,9 %18,7 %
Mecklenburg-Vorpommern11622,4 %17,2 %
Thüringen19821,7 %15,2 %

Warum die Unterschiede so groß sind, kann eine Messung von Websites nicht beantworten. Sie zeigt nur, wo Patienten heute online buchen können und wo nicht.

Wie viele Websites sind technisch veraltet?

Drei Merkmale lassen sich sauber messen und fallen Patienten oder Google sofort auf:

  • Kein funktionierendes HTTPS: 4,8 Prozent (151 Websites). Browser zeigen bei diesen Seiten eine Sicherheitswarnung oder ein „Nicht sicher“ in der Adresszeile. Bei 74 davon ist ein Zertifikat zwar eingerichtet, aber ungültig — meist abgelaufen oder für die falsche Adresse ausgestellt.
  • Nicht für Smartphones ausgelegt: 7,1 Prozent (223 Websites). Ihnen fehlt die Angabe, die eine Seite auf schmalen Bildschirmen lesbar macht. Weil Google Websites nach ihrer mobilen Fassung bewertet, kostet das doppelt: bei Patienten und in der Suche.
  • Copyright-Vermerk 2021 oder älter: 5,4 Prozent (170 Websites). Bezogen auf die Seiten, die überhaupt eine Jahreszahl im Copyright-Vermerk zeigen, ist es jede siebte. Ein altes Jahr beweist kein altes Design — es ist aber das Erste, was ein aufmerksamer Besucher im Fußbereich sieht.

Mindestens eines der drei Merkmale trifft auf 14,8 Prozent der Websites zu, also auf jede siebte.

Dazu kommen Spuren älterer Technik: 268 Websites (8,5 Prozent) laden eine jQuery-Version der Generationen 1 oder 2, die seit Jahren keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. 91 Seiten nutzen noch <font>-Befehle aus dem HTML der Neunziger, auf 12 Seiten stehen Reste von Flash, das Browser seit 2021 nicht mehr abspielen.

Wie steht es um den Datenschutz?

Zwei Einbindungen fallen auf, weil sie beim Aufruf der Seite Daten an Google übertragen, wenn nichts sie aufhält:

  • Schriften von Google-Servern: 15,9 Prozent (499 Websites) laden Google Fonts direkt aus dem Quelltext von Google. Bei 237 davon (7,6 Prozent aller Websites) haben wir kein Werkzeug zur Einwilligung erkannt.
  • Google Maps eingebettet: 20,7 Prozent (649 Websites) binden eine Google-Karte direkt im Quelltext ein, bei 332 (10,6 Prozent) ohne erkanntes Einwilligungswerkzeug.

Das Landgericht München I hat 2022 entschieden, dass die Weitergabe der IP-Adresse an Google durch dynamisch eingebundene Google Fonts ohne Einwilligung das Persönlichkeitsrecht verletzt, und dem Kläger Schadensersatz zugesprochen (Urteil vom 20.01.2022, Az. 3 O 17493/20). Wie das auf eine einzelne Praxis-Website anzuwenden ist, hängt vom Einzelfall ab — dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Technisch ist die Lösung fast immer einfach: Schriften auf dem eigenen Server ablegen, Karten erst nach einem Klick laden. Mehr dazu unter Datenschutz-Fehler auf Praxiswebseiten.

Ein Einwilligungswerkzeug — Cookie-Banner — haben wir auf 41,6 Prozent der Seiten erkannt. Das sagt für sich nichts aus: Wer nichts einbindet, was eine Einwilligung braucht, braucht auch kein Banner.

Verstehen Google und KI-Suchen, wer hier praktiziert?

Suchmaschinen lesen nicht nur den sichtbaren Text, sondern auch Angaben im Quelltext:

  • Keine Seitenbeschreibung: 25,0 Prozent (784 Websites). Ohne Meta-Description wählt Google selbst einen Textausschnitt für das Suchergebnis — oft einen unglücklichen.
  • Strukturierte Daten: 54,2 Prozent der Websites liefern überhaupt welche. Als Zahnarztpraxis im Sinne von schema.org — mit dem Typ „Dentist“, der Adresse, Sprechzeiten und Fachrichtung maschinenlesbar macht — weisen sich nur 16,1 Prozent aus.

Gerade das wird wichtiger, seit Suchmaschinen und KI-Assistenten Antworten zusammenfassen, statt nur Links zu zeigen. Was eine Maschine eindeutig zuordnen kann, wird eher genannt. Wie Zahnarztpraxen bei Google sichtbar werden, beschreibt unser Beitrag SEO für Zahnärzte.

Mit welchen Systemen sind Zahnarzt-Websites gebaut?

SystemWebsitesAnteil
WordPress1.40544,8 %
nicht erkennbar (oft eigene Lösungen)98231,3 %
TYPO31625,2 %
Jimdo1173,7 %
Joomla1093,5 %
Contao993,2 %
Wix852,7 %
moderne Frameworks (Next.js u. a.)632,0 %
Webflow, Squarespace, IONOS, Drupal, Webnode1163,7 %

WordPress dominiert wie fast überall im Netz. Das System ist dabei kein Qualitätsmerkmal in die eine oder andere Richtung — entscheidend ist, ob die Seite gepflegt wird. 45,9 Prozent der Startseiten weisen übrigens auf offene Stellen oder einen Karrierebereich hin; bei der anderen Hälfte erfahren Bewerberinnen über die Website zunächst nichts.

Was sagen die Zahlen — und was nicht?

Die Messung hat bewusst enge Grenzen, und die gehören zu jeder Zahl dazu:

  • Nur die Startseite. Was erst auf Unterseiten steht — etwa eine Terminbuchung unter „Kontakt“ —, zählt als „auf der Startseite nicht erkennbar“. Die Buchungsquote ist deshalb eher eine Untergrenze.
  • Nur der ausgelieferte Quelltext. Was erst per JavaScript nachlädt, sieht die Messung nicht. Einbindungen, die ein Cookie-Banner zurückhält, zählen nicht als eingebunden.
  • Keine Zufallsstichprobe. Gemessen wurden die Praxen, die Google Maps in rund 20 größeren Städten je Bundesland zuerst zeigt. Ländliche Praxen sind unterrepräsentiert, die Stadtstaaten mit einer bzw. zwei Abfragen ebenfalls.
  • Abgewiesene Abrufe fehlen. 474 Einträge, deren Server automatische Abrufe blockieren, sind nicht enthalten. Solche Schutzdienste nutzen eher gut betreute Seiten; die Baustellen-Quoten können dadurch leicht zu hoch liegen.

Die Messung lässt sich mit denselben Kriterien wiederholen. Wir werden das tun und die Entwicklung hier ergänzen.

Was folgt daraus für Ihre Praxis?

Die meisten Punkte dieser Messung lassen sich in wenigen Minuten selbst prüfen: Seite auf dem Smartphone öffnen, auf das Schloss in der Adresszeile achten, im Quelltext nach fonts.googleapis.com suchen, die eigene Terminbuchung von der Startseite aus suchen. Eine vollständige Liste steht in der Checkliste für die perfekte Praxiswebsite.

Wenn mehrere Punkte offen sind, lohnt meist der Blick aufs Ganze. Wie wir Websites für Zahnarztpraxen aufbauen, zeigt Webdesign für Zahnärzte; wie ein solches Projekt abläuft, steht unter Praxis-Website erstellen. Und wer wissen will, wo die eigene Seite steht, bekommt sie von uns geprüft: zum Website-Check.

Aktualisiert am 09. Oktober 2026

Häufige Fragen

Wie wurden die Zahnarzt-Websites gemessen?

Wir haben am 9. Oktober 2026 für 254 deutsche Städte die erste Trefferseite von Google Maps zur Suche „Zahnarzt“ abgerufen und von jeder dort hinterlegten Website die Startseite automatisch geprüft. Gezählt wurde nur, was sich eindeutig aus dem ausgelieferten Quelltext ablesen lässt — etwa ob HTTPS funktioniert, ob die Seite für Smartphones ausgelegt ist oder ob Schriften von Google-Servern geladen werden. Jede Website zählt einmal, auch wenn sie zu mehreren Standorten gehört.

Ist die Messung repräsentativ für alle Zahnarztpraxen?

Nein, und das beanspruchen wir auch nicht. Die Stichprobe besteht aus den Praxen, die Google Maps in größeren Städten zuerst zeigt — also aus den Praxen, die Patienten bei der Suche als Erstes sehen. Ländliche Praxen sind unterrepräsentiert, die Stadtstaaten mit nur ein bis zwei Abfragen ebenfalls. Für Vergleiche und Größenordnungen taugen die Zahlen, für eine amtliche Statistik nicht.

Darf ich die Zahlen zitieren?

Ja. Bitte nennen Sie als Quelle „Büro Blanko Praxismarketing, Messung vom 9. Oktober 2026“ und verlinken Sie auf diese Seite, damit Leser die Methode nachvollziehen können. Die Grafik dürfen Sie mit derselben Quellenangabe verwenden.

Woran erkenne ich, ob meine Website Google Fonts von Google-Servern lädt?

Öffnen Sie Ihre Startseite im Browser, lassen Sie sich den Seitenquelltext anzeigen und suchen Sie nach „fonts.googleapis.com“ oder „fonts.gstatic.com“. Taucht eine der Adressen auf, werden die Schriften beim Aufruf von Google geladen. Die Lösung ist meist einfach: die Schriften auf dem eigenen Server ablegen. Ob Ihr Fall rechtlich relevant ist, klärt eine Rechtsberatung — dieser Beitrag ist keine.

Wie prüfe ich, ob meine Praxis-Website für Smartphones ausgelegt ist?

Am einfachsten auf dem eigenen Telefon: Lässt sich jeder Text ohne Zoomen lesen, jede Telefonnummer mit einem Fingertipp wählen und das Menü bequem bedienen? Technisch fehlt Seiten, die nicht für Smartphones ausgelegt sind, meist eine bestimmte Angabe im Quelltext, das sogenannte Viewport-Tag. Darauf hat unsere Messung geprüft.

Lässt sich eine Online-Terminbuchung nachträglich einbauen?

In aller Regel ja. Die gängigen Buchungsdienste lassen sich als Knopf oder Fenster in eine bestehende Website einbinden, ohne dass die Seite neu gebaut werden muss. Zu klären sind vorher der Datenschutz — der Dienst verarbeitet Patientendaten in Ihrem Auftrag — und wie die Buchung mit Ihrer Praxissoftware zusammenspielt.

Quellen

Weitere Beiträge