Onlinemarketing vs. Klassisches Marketing

Praxisschild, Terminkärtchen und ab und an eine Anzeige in der ortsansässigen Tageszeitung. Das war lange Zeit das, was man im Gesundheitswesen unter Marketing verstanden hat. Warum also noch online? Die Patienten kommen meist doch sowieso?

Dieser kurze Beitrag soll Ihnen als Arzt oder Praxisinhaber eine kurze, gültige Definition von Online-Marketing geben und dessen Vorteile und Potenziale erläutern und einige Argumente dafür anbringen, warum es heute nicht mehr möglich ist, ohne Online-Marketing ein gutes Patientenerlebnis zu schaffen.

Eine allgemeingültige Definition für das Wort Marketing lautet: „Die Ausrichtung aller Aktivitäten eines Unternehmens an den Bedürfnissen des Markts und der Kunden“. Das bedeutet im Gesundheitswesen, dass Sie alle Tätigkeiten innerhalb Ihrer Praxis am Bedürfnis des Patienten ausrichten. Und das meint nicht nur die Werbung, sondern auch Kommunikation, Behandlungen sowie die Einrichtung Ihrer Räumlichkeiten.

Und die Bedürfnisse Ihrer Patienten verändern sich mit der Zeit. Die tägliche Internetnutzung in Deutschland liegt seit Jahren auf hohem Niveau, und auch in der Generation 70 plus ist der Anteil der Offliner klein geworden — die jährliche ARD/ZDF-Medienstudie schreibt das fort. Wer seine Patienten online nicht erreicht, erreicht sie zunehmend gar nicht. Wenn unsere Zielgruppe also viel im Internet unterwegs ist und dort Ihre Informationen bezieht, müssen wir dann nicht als Arztpraxis auch hier präsent sein um uns an den Bedürfnissen der auszurichten?

Darüber hinaus gibt es einige Vorteile die im Vergleich zu klassischen Massenmedien ganz klar für Online-Marketing sprechen und dadurch riesige Potenziale freisetzen.

1. Bessere Targetierung

Im Online-Marketing haben Sie im Vergleich zu klassischen Medien viel mehr Möglichkeiten, den Empfänger Ihrer Botschaft klar zu selektieren. Durch Parameter wie Alter, Wohnort oder Interessen erreichen Sie genau die Personen, für die Ihre Behandlungen relevant und wichtig sind. Je besser die Zielgruppe gewählt ist, umso besser wird auch der Erfolg in der Kommunikation.

2. Weniger Streuverlust

Dadurch dass die Zielgruppe für Ihre Botschaft nun klarer selektiert und damit kleiner ist, haben Sie einen viel geringeren Streuverlust als beispielsweise bei der Tageszeitung. Denn dort zahlen Sie dafür, dass die gesamte Leserschaft der Zeitung Ihre Annonce sieht, obwohl nur ein Bruchteil daran Interesse hat.

3. Mehr Interaktivität

Online-Marketing bricht mit dem klassischen „Sender-Botschaft-Empfänger“-Modell. Die Kommunikation verläuft also nicht mehr nur in die gleiche Richtung: Der Arzt als Sender sendet eine Botschaft über das Medium Zeitung an den Empfänger. Das Internet hingegen schafft über soziale Netzwerke, Foren, Online-Communitys vielmehr einen echten Austausch zwischen den Parteien.

4. Besseres Werbeumfeld

Ein weiterer großer Vorteil vom Online-Marketing ist das Umfeld und die Situation in denen Personen Ihre Botschaft empfangen. Während in klassischen Massenmedien, Werbung immer eine Unterbrechung der aktuellen Tätigkeit darstellt, ist dieses Umfeld im Internet meist positiver aufgeladen, da es bei der aktuellen Tätigkeit unterstützt.

Werbung im Kino oder Radio unterbricht den Zuschauer oder Zuhörer in dem Moment wo er einen guten Film sieht oder seinen Lieblings-Song hört. Nervig, oder?

Wohingegen eine Anzeige innerhalb der Google-Suchergebnisse dem Nutzer, der sowieso gerade nach diesem Schlagwort such, ein weiteres qualifiziertes Ergebnis liefert.

Welche der beiden Werbesituationen wirkt auf den Empfänger wohl positiver?

5. Mehr Multiplikatoren

Ein weiterer Vorteil im Internet ist, dass Ihre Botschaften auch durch andere weitergetragen werden können. Patienten die durch Ihre Praxis eine Lösung für Ihr Problem gefunden haben, geben diesen Tipp online weiter und machen dadurch andere auf Sie aufmerksam. Sie schreiben Bewertungen, empfehlen die Behandlung und machen so indirekt Werbung für Ihre Praxis.

Trotz all dieser mächtigen Vorteile im Online-Marketing, sollte dieses in der Praxis im Optimalfall mit klassischen Marketing-Methoden verknüpft werden, denn behandelt wird der Patient schließlich in den meisten Fällen noch nicht Online.

Ich hoffe dennoch, ich konnte Ihnen mit diesen Argumenten aufzeigen, dass es im Jahr 2021 unerlässlich ist, für seine Patienten (und deren Bedürfnisse) auch online auffindbar zu sein und auch hier qualitativ über die eigenen Behandlungen zu informieren zu können.

Aktualisiert am 06. August 2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Online- und klassischem Praxismarketing?

Onlinemarketing lässt sich gezielter ausrichten, hat weniger Streuverlust, erlaubt Rückmeldungen der Nutzer und ist messbar. Klassische Werbung wie eine Zeitungsanzeige erreicht viele Menschen, von denen die meisten keine Patienten werden.

Lohnt sich eine Anzeige in der Tageszeitung für eine Arztpraxis noch?

Sie kann sinnvoll sein, wenn die Zielgruppe dort tatsächlich liest — etwa bei älteren Patientengruppen in ländlichen Regionen. Für die meisten Praxen ist der Streuverlust jedoch hoch und die Wirkung nicht messbar.

Was bedeutet Streuverlust im Praxismarketing?

Den Anteil der Werbung, der Menschen erreicht, die als Patienten nicht in Frage kommen — weil sie zu weit weg wohnen oder die Behandlung nicht brauchen. Online lässt sich beides eingrenzen, im Print kaum.

Wie messe ich den Erfolg von Onlinemarketing?

Über Zahlen, die ohnehin anfallen: wie viele Termine online statt telefonisch gebucht werden, wie viele Bewerbungen eingehen und mit welchen Suchbegriffen Patienten auf die Website kommen.

Womit sollte eine Praxis anfangen?

Mit der eigenen Website und dem Google-Unternehmensprofil. Beides gehört Ihnen, wirkt dauerhaft und ist die Voraussetzung dafür, dass sich Anzeigen überhaupt lohnen.

Quellen

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